TONGESTALTUNG im Prinzip die deutsche Bezeichnung für "Sound-Design", wiewohl der Terminus als solcher ungenau ist, da Ton in der Musik einen Ton aus einem Tonsystem (temperiert) meint, während "Sound" für die komplexe Fülle von Klang steht. 
Da man in Deutschland allerdings auch den anerkannten Beruf des Tonmeisters und des Toningenieurs findet, ist Tongestaltung natürlich ähnlich konsequent, wie zb. Schnittmeister anstelle von "Editor". 
Im übrigen läßt gerade der Begriff "Tongestaltung" natürlich Assoziationen an den Umgang mit feuchter Erde zu. Das ist insofern natürlich wieder schlüssig, als es ja klingende Tongefäße gab und gibt (Resonatoren in griechischen Theatern oder die indische Ghatam). Eines ist dann wieder interessant im Zusammenhang mit Filmcredits: "Ton" meint meistens den Tonmenschen, der am Set Ton aufgenommen hat, während "Tongestaltung" für den Mischton in der Postproduktion steht. 
Da "Tongestaltung" synonym mit dem international gebräuchlichen "Soundesign" ist, beschränke ich meine Ausführungen auf dieser Seite auf die Linkliste zu deutschsprachigen Ausbildungsmöglichkeiten und zum in Deutschland üblichen Berufsbild zum Filmtonmeister resp. zu Toningenieuren und Tonmeistern.

Mischtonmeister

Tonmeister

Toningenieur

Tontechniker

Tonassistent

Tonaufnahmetechniker

Synchrontonmeister

Geräuschemacher

Movie College

HFF Potsdam

Filmakademie Ludwigsburg

RSH & FH-Duesseldorf

HFM Detmold

HdK Berlin

VDT

Tonformate

Musikregisseur

 

Offener Brief an alle Filmschaffenden 

Dieser Text wurde mit Hilfe vieler Tonleute verfasst, um Regisseuren und Produzenten verständlich zu machen, wie professionell der Ton am Set aufgenommen werden kann. Denn nur gemeinsam können wir versuchen einen guten Film zu machen. 

Damit Sie beurteilen können was nötig ist, um einen guten Ton aufzunehmen und um zuverhindern, dass unüberlegte Entscheidungen dem Film schaden, möchten wir Ihnen einige wichtige Informationen mit diesem Text zukommen lassen. Bei Ihren Entscheidungen wird Ihnen dieses Wissen helfen einige Hindernisse zu überwinden, die zur Aufnahme eines guten Tones unabdingbar sind. 

Wir leben im Zeitalter des digitalen Tons. Kinos haben SDDS, DTS, Dolby, THX und Surround.Manchmal haben die Leute zu Hause sogar eine bessere Technik als die Kinos. Diesesintelligente Publikum verlangt nach DVD's mit einer hohen Tonqualität, was wiederum zur Folge hat, dass die Tonabteilungen aufgrund der hohen Anforderungen immer mehr Probleme zu bewältigen haben. 
 

DAS PROBLEM

wir, Ihre Toncrew, haben die Aufgabe und Pflicht den Originalton während der gesamtenDreharbeiten aufzuzeichnen. 

Anders als bei den meisten Abteilungen, deren Arbeitsergebnisse vor der Kamera zu bewundern sind, können die Bemühungen des Tonmeisters am Set nicht direkt wahrgenommen werden. Nur wenig wird auf unsere Bedürfnisse bei den Dreharbeiten Rücksicht genommen. Viele wissen nicht einmal was wir genau machen. Im Folgenden einige Beispiele: 

Unser Job beinhaltet oft die Überwachung des Sets hinsichtlich unnötiger, unbeabsichtigter, ignoranter oder manchmal auch böswilliger Aktionen (manchmal auch das Fehlen jeglicher Aktionen), die den Soundtrack womöglich gefährden könnten. Oftmals sind wir sehr frustriert über die Aufnahme-Bedingungen an den meisten Sets. In der Regel werden wir mit unseren Problemen jedoch allein gelassen. 

An Stelle dessen würden wir gerne mit der Regieassistenz oder anderen Personen am Set zusammenarbeiten, denn schließlich verursachen letztendlich einige dieser Leute unsere Probleme. Tonleute werden am Set jedoch oft als leidiges Hindernis angesehen. Wir möchten jedoch weder behindern noch stören und auch bestimmt nicht als „Ton Polizei“ betitelt werden. 

Dies soll nicht bedeuten, dass eine gute Tonaufnahme nur durch diverse Änderungen am Set und zusätzlichen Kosten erreicht werden kann. Wir sind uns der Beschränkungen durch unser Equipment durchaus bewusst. Von unserer Technik brauchen wir keine Wunder zu erwarten. Aber trotzdem sollten mögliche Probleme immer gleich am Set gelöst werden, denn ungelöste Tonprobleme tauchen in der Postproduktion sowieso wieder auf. 
Um einen guten Ton zu erreichen, ist die Vorbereitung am Set genauso wichtig, wie die
Endfertigung. Und um eben diese Vorbereitung zu optimieren benötigen wir Ihre Hilfe. 
 

FRÜHER  UND  HEUTE

Um unsere heutigen Probleme verständlich zu machen, müssen wir ein wenig in dieVergangenheit eintauchen. 

Laut der damaligen Arbeitsbeschreibungen war jedes Mitglied des Teams, dass - in welcher Form auch immer - mit dem Set in Berührung kam, nicht nur dazu angehalten auch auf den Ton und die Bedürfnisse der Toncrew zu achten, sondern geradezu dazu verpflichtet. Dies bedeutete, dass jede Person darauf achtete, dass der Originalton möglichst gut aufgenommen werden konnte. Und das nicht, weil man Tonleute damals mehr mochte, sondern weil die Achtung vor dem Ton einfach zum Job gehörte.  (Früher gab es noch keine Ton-Postpro im heutigen Sinn!)

Heutzutage glaubt das Team am Set nicht mehr im mindesten dem Ton assistieren zu müssen. Der Ton ist keine Gemeinschaftssache mehr. Keiner fühlt sich verantwortlich oder angesprochen. Der Toncrew wird die volle Tonverantwortung für die Arbeit am Set übertragen, die das Gesamtset  jedoch nicht kontrollieren kann und demnach hierfür keine volle Verantwortung tragen kann. Der Ton am Set muss wieder zur gemeinsamen Sache erklärt werden. 

Alle anderen Teams arbeiten für den sichtbaren, jedoch nicht hörbaren Teil des Films. Jede einzelne Person, egal ob für Make up, Requisiten oder Garderobe zuständig, konzentriert sich auf das was nachher im Sucher zu sehen ist. 

Wegen eben dieser Engstirnigkeit der Personen, die lediglich für das Sichtbare arbeiten und dabei den Ton bewusst vernachlässigen, haben wir umfassende Probleme. Nur Sie können Ihrer Tonabteilung helfen diese Probleme zu lösen. Der Punkt ist, dass nicht jedes Geräusch am Set unserer Arbeit dienlich ist. Viele Geräusche verursacht das Technikpersonal, die Technik selbst, Requisiten, Kleidung und und und. Sind das alles nur Probleme des Tonteams? 
 

NACHVERTONUNG 

Es ist wichtig einmal klar zu machen, welche schwerwiegenden Konsequenzen der Ausruf am Set 
Lasst es uns einfach in der Postpro vertonen“ hat. 

Nachsynchronisierung ist nur dann eine Antwort, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Es kann nicht sein, dass aus Faulheit nachträglich vertont wird, obwohl die meisten Probleme mit etwas Kommunikation und Knowhow auch am Set hätten gelöst werden können. Synchronisieren bedeutet immer einen künstlerischen Kompromiss einzugehen, der einen Film mehr oder weniger stark schaden kann. 

Sicherlich ist Ihnen bekannt, dass ein Schauspieler am Set fast immer besser ist, als in einem sterilen Studio-Aufnahmeraum, der zur Synchronaufnahme genutzt wird. Der Darsteller, seine Bewegungen, die Umgebung, das Set, das alles macht eine Stimme dreidimensional und lebendig. Keine Studio-Synchronisation kann diese Lebendigkeit nachahmen. 

Wenn Sie also unbedingt nachträglich vertonen müssen, dann sofort. Am besten noch am Set, oder in der Nähe und sofort nachdem die Szene im Kasten ist. Die Performance der Darsteller wird stimmlich viel gelungener und lebendiger klingen. Mittlerweile haben sich auf Grund dieser Erfahrungen Firmen gegründet, die sich auf diese Art der Vertonung spezialisiert haben und mit mobilen Aufnahmevorrichtungen am Set zur Verfügung stehen. 
 

TONPROBLEME AM SET 

Um diese bestmöglichst zu unterbinden, macht es Sinn, sich mit den einzelnen Teams vorDrehbeginn über mögliche Audio-Probleme zu unterhalten und auch während der Arbeitenandauernd zu kommunizieren. Denn oftmals fehlt nur ein wenig Zeit um diese zu lösen oder im Vorfeld zu vermeiden. 
 

VORBEREITUNG 

Ebenso wie der Kameramann schon von Anbeginn mit einbezogen wird, sollte auch derTonmensch bei allen Vorbereitungen zugegen sein. Bei der Motivsuche sollte er die Möglichkeit haben die Umfeldgeräusche zu analysieren und zu prüfen, noch bevor die Produktion festlegt, wo gedreht wird. So können Kosten schon im Vorfeld vermieden werden. 
 

MOTIVSUCHE UND AD - AUFNAHMELEITUNG 

Diese Abteilung muss mehr denn jede andere mit den Tonleuten zusammenarbeiten. DieMotivsuche sollte immer auch die Belange des Tons in Anbetracht ziehen. Motive mit viel Verkehr,Flugzeuggeräuschen, Schulen, oder sonstigen Einrichtungen sollten, wenn sie für den Film nicht absolut notwendig sind, immer vermieden werden. 

Auch eine Vielzahl von leiseren Geräuschen können zu einem Problem werden. Daher ist auch immer darauf zu achten, dass Computer nicht laufen, Kühlschränke auszustellen sind und diverse andere Geräuschquellen jederzeit abstellbar sind. 

Es bietet es sich an, Drehorte zu suchen, an denen man auch nach Geschäftsschluß drehen kann. Ebenso sind Räume geeignet, die vollkommen abschließbar sind, so dass keine Außengeräusche eindringen. Achtung vor Parkettböden, die durch Quietschen oder Knarren ganze Filme zerstören können! 
 

SZENENBILD 

1. Vor der Einrichtung des Sets sollte das Szenenbild alle Einrichtungsgegenstände, dieGeräusche verursachen, mit dem Ton besprechen. 
2. Die Einrichtung von Overhead-Mikrophonen sollte vor dem Einbau tiefer Decken oder hängender Lampen vorgenommen werden. 
3. Unter konstruierte Treppen muss Schaum gespritzt werden, um Hohlräume und somit zu laute Trittgeräusche zu vermeiden. 
4. Wenn möglich Teppich verlegen, dieser dämpft ebenfalls Schrittgeräusche. 
 

REGIEASSISTENZ / AUFNAHMELEITUNG

1. Wenn Sie für Außendrehs die Polizei bezahlen, dann versuchen sie diese auch vielfältig zu nutzen. Der Verkehr sollte für den Ton beispielsweise abgesperrt werden. 
2. Die Regieassistenz hat unbedingt dafür zu sorgen, dass sich das Drehteam während der Aufnahmen weder bewegt, noch redet. 
3. Bitte erlauben Sie der Toncrew ein paar schnelle Korrekturen am Set, ohne dass die
Regieassistenz sofort „Wir warten auf den Ton“ ruft. Außer sie ruft auch „Warten auf die Kamera“, wenn noch zusätzliches Licht benötigt wird. 
4. Komparsen müssen grundsätzlich stumm agieren. 
5. Wenn der Ton einen Darsteller mit einem drahtlosen Mirko versehen muss, dann sollte er dies nicht erst nach den Proben tun dürfen, sondern so früh wie möglich, um mögliche Fehler noch beseitigen zu können. 
6. Es ist wichtig, dass der Tonassistent mindestens eine Probe mit dem Darsteller beiwohnt, um den Ton bestmöglich angeln zu können. 
7. Zusätzliche Töne und Atmos sind sofort aufzunehmen, bevor das Set verlassen wird. 
8. Bei Motiven mit starker Lärmbelästigung ist zu beachten, dass der Ton Vor- und Nachlaufzeit für die Einstellungen benötigt. Der Tonmeister sollte den Start- und auch das Endsignal geben. 
9. Bei geplanten Playbacks sollte der Ton zwei Tage vorher in Kenntnis gesetzt werden, um alle nötigen Vorbereitungen treffen zu können.
10. Alle Handys, Walkie-talkies und Pagers sind während der Proben und Dreharbeiten
auszuschalten. 
11. Die Regieassistenz sollte immer dem gesamten Team offerieren, welcher Shot geplant ist und aus welcher Richtung. Oft führen Unklarheiten zu sinnlosen Umbauten. 
 

PRODUKTIONSLEITUNG 

1. Es macht Sinn drei Tonassistenten am Set zu beschäftigen. In Notsituationen kann diese dritte Person Probleme lösen, während die Dreharbeiten normal weitergehen können. Wenn ein Angler wegen Krankheit ausfällt, hat man zudem immer einen Ersatz, der in die Drehsituation nicht eingearbeitet werden muss. 
2. Bedenken Sie immer das Endfertigungsbudget, wenn Sie Entscheidungen über den Setton treffen. 
3. Prüfen Sie bitte immer die Qualität der Bühnen und Sets, damit nichts quietscht. 
 

KAMERA CREW

Kameraassistent:
1. Kamerageräusche müssen bestmöglichst unterbunden werden. 
2. Mit der Klappe wird nicht gespielt. Der Timecode stimmt dann nicht mehr. 
3. Informieren Sie den Toningenieur über die Frequenzen im Falle von drahtloser Übertragung.
Seien Sie vorbereitet bezüglich Mikrointerferenzen. 

Kameraoperator: 
1. Andauernde Kommunikation und Verständigung mit den Tonassistenten bezüglich etwaiger Probleme. 
2. Bei Kamerageräuschen muss die betreffende Kamera abgedeckt werden. 

Chef-Kameramann:
1. Ein Angler sollte niemals das Set verlassen müssen. Sollte es Probleme mit den hängenden Mikros geben, können diese gemeinsam gelöst werden. Diese Möglichkeit sollte immer bestehen, denn Tonaufnahmen werden mit drahtlosen Mirkos nicht so gut, wie mit hängenden. 
2. Benutzen Sie keine Xenon Lampen, außer es steht bereits fest, dass synchronisiert wird. 
3. Der Kamaramann hat nicht über Tonbelange zu entscheiden. Wenn der Chef-Kameramann den Ton und seine Belange schützt und achtet, dann wird das Team ihm folgen. 

Bei Szenen mit Autos sollte vorher mit dem Ton zusammengearbeitet werden. Vielleicht kann man so einleuchten, das die Autofenster beim Drehen geschlossen werden können. 
 

SPECIAL EFFECTS TEAM 

1. Wenn Regen gemacht wird, ist darauf zu achten, dass die Regenmaschinen in weiter Ferne stehen. 
2. Flächen, auf die Regel „prasselt“, sollten präpariert werden. 
3. Wenn eine Ventilator benutzt werden soll, ist dies vorab mit dem Ton zu testen. 
4. Wenn ein Kamin benutzt wird, ist auch dies mit dem Ton abzusprechen, besonders wenn Gasgeräusche zu vernehmen sind. 
5. Heizvorrichtungen an kalten Sets müssen vor dem Drehen abgestellt werden, um Knistern und diverse andere Geräusche zu vermeinden. 
 

GARDEROBE

1. Baumwolle ist unser Freund. Seide ist unser Feind. Die Garderobe kann behilflich sein drahtlose Mikros bestmöglich zu platzieren. In diesen Fällen sollte das Kostüm vorsichtlich sein mit Bemerkungen über Ausbeulungen, denn diese verunsichern die Darsteller. Geräuschvolle Kleidung sollte immer vermieden werden. 
2. Der Darsteller sollte keine seidene Unterwäsche oder sonstige knisternde Kleidung tragen. 
3. Seidenkrawatten sind ebenfalls zu vermeiden. Falls unbedingt nötig, wäre es schön, wenn die Seidenkrawatten mit Baumwolle unternäht werden könnten. 
4. Bei der Auswahl von Schmuck ist immer darüber nachzudenken, welcheGeräusche entstehen könnten. 
 

REQUISITE 

Geräuschvolle Requisiten sind grundsätzlich zu vermeiden. 

1. Der Einsatz von Waffen ist immer mit dem Ton abzusprechen. 
2. Bei Tischszenen sollte immer ein Tischtuch oder eine Tischdecke auf dem Tisch liegen, um das Klirren des Geschirres zu vermeiden. 
3. In Gläser sollten immer Fake-Eiswürfel getan werden. 
4. In Küchenszenen sollten keine Plastiktüten, sondern Stoffbeutel benützt werden. Geschirrgeräusche durch Tischdecken, usw. vermeiden. 
 

DREHBÜHNE / BAUBÜHNE 

1. Der Dolly sollte keine Geräusche verursachen. 
2. Geräusche durch offene Türen oder Fenster sind durch Abdeckungen o.ä. zu vermeiden. 
3. Geräusche durch laute Maschinen und Geräte sind durch Abdeckungen zu verhindern. 
4. Alle Stoffe, Schnüre ect. die durch Wind und Wetter Geräusche verursachen können sind zu befestigen. 
5. Alle Schienen sind zu ölen, damit sie nicht quietschen. 
6. Silikonspray verhindert quietschende Scharniere. 
 

BELEUCHTUNG 

1. Generatoren sind so weit wie möglich (min. 50 m) aufzustellen. Wenn möglich, sollten
Generatoren ganz vermieden werden. Meistens kann man sich öffentlichen o. privaten Strom besorgen. 
2. Es sollte mit allen Mitteln versucht werden, die am Set befindlichen Geräte, Lampen, usw. so geräuschlos wie möglich zu halten. Im Notfall sollten Verlängerungskabel benutzt werden, um laute Geräte vom Set fernzuhalten. 
3. Kabel müssen so gelegt werden, dass alle Türen und Fenster geschlossen werden können. 
4. Dimmergeräusche vermeiden. 
5. Es sind Lampen zu benutzten, die keine Geräusche produzieren. 
 

CATERING

Alle Kaffeemaschinen usw. sind so weit weg wie möglich vom Set zu platzieren. 

FAHRER / AUFNAHMELEITUNG / REGIEASSISTENZ 

1. Versuchen Sie laute im Bild "mitspielende" Fahrzeuge mit Muskelkraft zu schieben oder zu ziehen. 
2. Laute Produktionsfahrzeuge sind so weit weg wie möglich zu parken. Der Motor und andere Geräuschquellen sind beim Dreh abzustellen. Bei leisen Motiven ist eine Entfernung von 500m, bei lauteren städtischen Motiven sind mindestens 200m Entfernung zum Drehort einzuhalten. 
3. Im Bild fahrende Autos müssen so leise wie möglich zu Fahren sein. 
4. Seien Sie immer vorbereitet notfalls einen LKW vor den Generator zu fahren. 
5. Anstelle von normalen Automotoren können vielleicht auch alternative Antriebsmöglichkeiten genutzt werden. 
6. Bei sehr lauten Motorgeräuschen muss sich die Produktion vorher auf die Synchronisation einigen. 

Zu diesen Punkten kann man mittlerweile schon einige Firmen hinzuziehen, die sich auf das Umbauen von Autos zum geräuschlosen Fahren spezialisiert haben. 

DARSTELLER 

Für den Ton ist ein lauter Darsteller ein guter Darsteller. Darsteller lernen im Laufe Ihrer Karriere nicht nur ihr Spiel zu verbessern, sondern auch ihre Art und Weise zu sprechen und zu intonieren. 
1. Darsteller sollten ihre Probleme mit drahtlosen Mikros überwinden (sie machen nicht fett). 
2. Fragen Sie niemals einen Tonassistent, ob er aus dem Blickfeld gehen könnte. Er steht dort, wo er steht, weil er dort stehen muss (sie wollen Niemandenärgern). 
3. Der Ton ist grundsätzlich vorzuwarnen, wenn beim Dreh etwas lauter oder leise gesprochen wird, als vorher geprobt. 
4. Bitte versuchen Sie lauter zu sprechen, wenn der Ton darum bittet (die Tonis wollen die
Schauspieler nicht ärgern, sondern brauchen mehr Stimme). 

REGISSEURE 

Mit dem Ton muss genauso kommuniziert werden, wie mit der Kamera, den Autoren, den Cuttern oder Komponisten, denn auch wir helfen bei der Realisierung Ihrer Vision. 

Lassen Sie es nicht soweit kommen, dass man den Tonmeister und sein Kommen immer mit schlechten Nachrichten verbindet. Auch er will nur helfen und ein bestmögliches Produkt herstellen. Ihr Tonmeister wird das spüren und seine Arbeit wird darunter leiden, aus einem guten Projekt kann so ein schlechter Film werden. 

Der Tonmeister wird als Garant um einen guten Ton kämpfen. Danken Sie ihm seine Bemühungen und kommunizieren Sie mit ihm. Oftmals kostet der Unterschied zwischen einem guten und schlechten Ton nur fünf Minuten. Sollten wir diese Minuten nicht immer haben ? 

Oftmals können wir am Set Probleme in wenigen Minuten lösen, für die wir in der Endfertigung mehrere Stunden benötigen. So einfach es Ihnen also vorkommen mag: Je mehr die Belange des Tons in die Postproduktion geschoben werden, umso so teurer und schlechter ist das Ergebnis. 

1. ÜBERSCHNEIDUNGEN

sollten weitesgehend vermieden werden. Im Schnitt kann man mit einem „nur Ton“ einen Overlap kreieren, sollte man diesen aus künstlerischen Gründen wollen. Für den Ton jedoch, sowie für die ungeschränkte Schnittmöglichkeiten sollten nicht mehrere Darsteller auf einmal sprechen. 
Zum einem, weil alle zu einem Zeitpunkt sprechenden Darsteller geangelt werden müssen, zum anderen weil alle Darsteller im Bild sind und im Schnitt dann keine Varianten für Szenen dieser Form offen bleiben. 

2. MEHRERE KAMERAS 

sind des Tonmeisters Alptraum, wenn sie nicht alle dieselbe Entfernung zum Darsteller
einbehalten. Es ist enorm schwer zu angeln, wenn alle Kameras aus verschiedenen Perspektiven drehen. Dies hat zum einen zur Folge, dass der Ton seine Perspektive verliert, zum anderen können Sie sich gleich merken, dass in diesem Fall in der Regel mit drahtlosen Mikrophonen gearbeitet worden ist. 

3. PROBEN

mindestens der Angler sollte den Stellproben beiwohnen. „Risiko-Drehs“ gehen meistens zu Lasten des Tons. 

4. FLUGZEUGE 

auch wenn es sich kompliziert anhört. Machen Sie lieber viele kleine Szenen ohne die Flugzeuge, als zu riskieren, dass mitten in einer Szene eins durch das Bild fliegt. Besser ist es jedoch diese Motive gleich auszusparen und woanders zu drehen. 

5. LAUTE DARSTELLER

ermutigen Sie ihre Darsteller so laut wie möglich zu sein. An belebten Orten wie in einer Bar, sogar auch gerne unnatürlich laut. 

6. BILDER OHNE DIALOGE & NUR TÖNE

bei Bildern ohne Dialog ist es dem Team oft zu anstrengend ruhig zu sein. Dies ist jedoch enorm wichtig. Auch Bilder die nur von Geräuschen leben, sollten für den Ton original aufzunehmen sein.
Dies gewährleistet einen schönen, vollen Soundtrack. 

7. DER DRITTE MANN 

verlangen Sie eine Toncrew mit drei Tonleuten am Set. Dies ermöglichst einen schnelleres und besseres Arbeiten. 

8. MOTIVE 

wenn Sie ein tonunfreundliches Motiv wählen, überlegen Sie sich bitte gleich, wie die womöglich störenden Hintergrundgeräusche in den Film passen. 

ABSCHLIESSEND

Nach diesem Text werden wir am Set hoffentlich nicht mehr hören „das macht die Postpro“, sondern „lasst uns dieses oder jenes Problem am besten gleich lösen“ . Vielleicht wird nun niemand mehr sagen, dass er Synchronsprechen hasst, ohne uns dann am Set zu unterstützen. Vielleicht werden wir nun alle am gleichen Strang ziehen und aktiv ein unnötiges Nachsynchronisieren verhindern. 

Bedenken Sie immer, dass wir gerne für Sie arbeiten und nur versuchen einen guten Job zu machen. Auch uns ist es wichtig, dass wir Stolz auf das sein können, was wir abliefernund uns freuen, wenn wir unsere Namen im Abspann lesen.

Der Ton Kollektivarbeit verschiedenster Tonleute im web (recordingartsforum): John Coffey mit der Unterstützung von Klay Anderson, Brydon Baker, Mike Barnitt, Darren Brisker, Joseph Cancilla, Carl Cardin, Peter Devlin, Carl England, Mike Filosa, Stu Fox, John Garrett, Alexandre Gravel, Robert Gravenor, Mike Hall, Hans Hansen, Larry Long, David Marks,
Mike Michaels, Matt Nicolay, Todd Russell, Tim Salmon, Dave Schaaf, Wolf Seeberg, Brian Shennan, Chris Silverman, Scott Smith, Mark Steinbeck, Randy Thom, Noah Timan, Eric Toline, Charles Tomaras, Glen Trew, Von Varga, Mike Westgate, Charles Wilborn, Rob Young, Dave Raphaelund vielen anderen. 

Übersetzung: Anthony Airon Oetzmann,Tina Jaschul - Grundy TV 

Überarbeitung: J.U.Lensing